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Fair Trade statt
Fast Fashion

Sie sind Paradebeispiele einer neuen Generation: sozial engagiert, umweltbewusst und modeaffin. Drei junge Frauen haben das Ziel, mit Schmuck die Welt ein bisschen schönerund besserzu machen.

Foto: 7daysisaweekend

Gisa Golpira

Auf eine bewegte Vergangenheit blickt Gisa Golpira zurück: Das Kind einer Goldgräber-Mutter verbrachte seine erste Lebenszeit im Urwald Perus und zog mit acht Jahren zum Vater nach Düsseldorf. Nach dem Abitur arbeitete die Schmuckmacherin als Tauchlehrerin in Bali sowie als Model in Paris, London und Mailand und finanzierte sich so ein Textil- und Bekleidungsmanagement-Studium. Seit 2013 entwirft die 32-Jährige unter dem Label „Golpira – No Dirty Gold“ Unikate aus Goldnuggets, die ihre Eltern mit der Waschpfanne aus den Regenwald-Flüssen Papua-Neuguineas sieben. „So wie man das aus alten Indianerfilmen kennt“, erklärt die Deutsch-Iranerin. 

Die „grünen“ Goldstücke werden von Gisa Golpira nicht verändert, sondern so, wie Wasser und Witterung sie geformt haben, zu Anhängern, Ringen und Ohrschmuck verarbeitet. Die Modelle, darunter die „Cross“- und „Loved & Found“-Ringe sowie die „Jack“-Ohrringe, sind über ihren Web-Shop sowie in fünf Concept Stores bundesweit erhältlich. Dazu kommt: Die naturbelassenen Goldnuggets zählen mit 97 Prozent Goldanteil zu den reinsten Rohmaterialien überhaupt. Und auch das Feingold, das die Düsseldorferin für die Fassungen verwendet, stammt aus einer Fairtrade-zertifizierten deutschen Scheideanstalt. „Der Respekt vor der Natur sitzt seit meiner Kindheit tief in mir drin“, so die Goldgräber-Tochter. „Wenn meine Mutter und ihr Partner nach acht Monaten eine Schürfstelle verlassen, sieht alles so aus wie vorher. Nur der Fluss ist um ein paar Kilogramm Gold leichter.“ 

Dabei ist Golpira bewusst, dass sie ein Nischenprodukt herstellt. Nuggets – bis in die 90er-Jahre wurden sie meist eingeschmolzen – sind seltener und wertvoller als Diamanten. Ein Exemplar in Herzform, das Golpira um den Hals trägt, ist äußerst rar. Mit ihrem Schmuck will die Geschäftsfrau nicht nur Geld verdienen, sie will auch einen nachhaltigen Lebensstil propagieren. „Vom Ursprung im Dschungel über die Verarbeitung bis zur Verpackung in einem versiegelten Apothekergläschen soll der Weg transparent und sozial verträglich sein.“

www.golpira.de

Foto: Patrycia Lukas

Lilian von Trapp

Den Eltern zuliebe studiert Lilian von Trapp erst Jura, bis ihre Mutter kurz vor dem Examen verstirbt und ihr den Familienschmuck hinterlässt. Weil sie ihn für den Safe zu schade findet, aber auch wenig mit dem Geschmack ihrer Großmütter anfangen kann, lässt die Berlinerin die Diamanten ausfassen und das Gold einschmelzen, um daraus nach eigenen Entwürfen neue Stücke fertigen zu lassen. Immer öfter wird die junge Frau, die inzwischen im Einkauf eines großen Kaufhauses arbeitet, auf ihre besonderen Accessoires angesprochen. Daraus reift ein Plan. „Ich habe einen Weg gesehen, endlich das zu machen, was mir wirklich Spaß macht.“

Lilian von Trapp kündigt ihren Job und gründet im Januar 2017 ein Label, das Schmuck aus recycelten Rohmaterialien herstellt. „Die Nachhaltigkeit ist mir wichtig, da es sich bei Gold und Diamanten um endliche Ressourcen handelt und Minenarbeiter an ihre gesundheitlichen Grenzen gehen, um sie zu fördern. Ich möchte meinen Lebensunterhalt nicht mit der Ausbeutung von Mensch und Natur verdienen.“ Einfach sei dieser Entschluss nicht immer gewesen. „Viele Hersteller und Lieferanten wollten mich davon überzeugen, doch den herkömmlichen, den einfachen Weg zu gehen. Das Problem ist, dass sich die meisten auf Zertifikaten ausruhen, die eine konfliktfreie Herkunft oder faire Löhne bescheinigen sollen, sich aber nicht mit den wirklichen Problemen auseinandersetzen.“ Wahre Nachhaltigkeit sei jedoch nur durch die Förderung von Alternativen zum Minenabbau möglich.

Und so besteht die „Collection One“ – darunter zarte Ringe mit gezackten Oberflächen, kleine, halb offene Kreolen, filigrane Ketten, die in verschiedenen Legierungen erhältlich sind – ausschließlich aus eingeschmolzenem Gold. Seit Kurzem erweitert die „Capsule Collection“ mit Vintage-Diamanten das Sortiment. Produziert wird der Schmuck, der bis dato nur über den Online-Shop vertrieben wird, in einer Manufaktur in Portugal. Ebenso entscheidend wie die Materialherkunft und die soziale Komponente sind für die 29-Jährige die perfekte Qualität und das zeitlose Design: „Ich finde, Nachhaltigkeit bedeutet auch, in Schmuck zu investieren, den man sein Leben lang tragen kann und auch möchte.“

www.lilianvontrapp.com

Foto: Guya Merkle

Guya Merkle

durch den plötzlichen Tod des Vaters liegt die Zukunft des 1939 in Pforzheim gegründeten Familienunternehmens von einem Tag auf den anderen in den Händen der 21-jährigen Guya Merkle. „Ich habe versucht, das Unternehmen so weiterzuführen wie bisher. Nach und nach ist jedoch alles weggebrochen, weil ich einfach nicht mein Vater war“, erklärt sie rückblickend. An diesem Punkt beschließt die junge Geschäftsführerin, nach London zu gehen und am „Gemological Institute of America“ alles zu lernen, was es über die Schmuckindustrie zu wissen gibt. „Dort bin ich erstmals auf die Problematiken des Rohstoffabbaus gestoßen“, erzählt die inzwischen 31-Jährige. Auf der Suche nach Antworten besucht Guya Merkle Goldminen in Peru und Uganda. Die Eindrücke, die sie sammelt, verändern ihr Verständnis von Luxus für immer.

Und sie zieht ihre Schlüsse daraus. Um das Bewusstsein für einen nachhaltigeren Umgang mit dem Edelmetall zu fördern, gründet Guya Merkle 2012 die Earthbeat Foundation. Die Stiftung soll die Rolle der Minenarbeiter verbessern und Alternativen zum Bergbau schaffen. Und: Seit 2013 wird für die drei Produktlinien von Vieri nur noch fair geschürftes Gold verwendet. „Happy mining“ nennt die Chefin das. Unter anderem werden bei der Förderung keine giftigen Substanzen in die Umwelt abgeführt, die Mitarbeiter werden fair entlohnt, Kinderarbeit ist ausgeschlossen. So kostet der Rohstoff im Einkauf zwar etwas mehr, wird aber nicht teurer verkauft als der anderer Marken im Luxussegment. 

Guya Merkles erste eigene Kollektion „Clouds“ ist eine Hommage an die moderne Frau und ihre vielen Rollen, die die Mutter eines kleinen Sohnes symbolisch in den sich immer wieder neu verformenden Wolken wiederfand. Die ikonischen Schmuckstücke aus Roségold und Regenbogenquarzen – Popstar Rihanna trägt den Ring aus der Kollektion – werden im italienischen Valenza gefertigt. 

Guya Merkle hat es trotz Hindernissen geschafft, das Familienunternehmen zu einer modernen Marke mit einer verantwortungsbewussten Zukunft umzumodeln. Und obwohl sich der Unternehmensgewinn unter der neuen Inhaberin verringert hat, ist der Wert der Firma aus ihrer Sicht gestiegen.

www.vieri.com

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