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Ein Traum wird wahr

Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP/Getty Images

Diane Kruger hat es geschafft. Die deutsche Schauspielerin wird bei den 70. Filmfestspielen in Cannes für ihre Rolle „Aus dem Nichts“ mit der Goldenen Palme als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Die Goldene Palme wird aus nachhaltigem Gold gefertigt und wurde 2017 erstmals mit 167 fairen Diamanten bestückt. Gefertigt wird die begehrte Trophäe seit nunmehr 20 Jahren in der Manufaktur von Chopard.

Das Leben ist das schönste Märchen, denn darin kommen wir selber vor,“ hat der Märchenerzähler Hans Christian Andersen einmal sehr schön gesagt. Ein Satz, der auf das Leben der deutschen Schauspielerin Diane Kruger auf jeden Fall zutrifft. In Niedersachsen geboren, hat die heute 40-Jährige erst Hollywood erobert und nun durch die Zusammenarbeit mit Kultregisseur Fatih Akin auch noch die „Goldene Palme“ auf den renommierten Cannes Filmfestspielen als beste Schauspielerin gewonnen. 

Die Freude von Diane Kruger und Fatih Akin bei der Preisverleihung kam sichtlich von Herzen, denn hier, auf dem roten Teppich, wurde für beide ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Die Hamburger Journalistin und Filmexpertin Bettina Aust war während der Filmfestspiele in Cannes. Für Magic Moments berichtet sie über ihre Erfahrungen an der Cote d’Azur, beschreibt die Stars und die Stimmung hinter den Kulissen und erzählt auch von ihrem Treffen mit Fatih Akin, den sie nur wenige Tage vor dem großen Triumph sprach:

Der Hollywood-Star Diane Kruger und der
Kult-Regisseur aus Altona, wie passt das zusammen?
„Wir haben uns gesucht und gefunden“, sagt Fatih Akin.

Backstage: Inspirationen aus Cannes von Filmexpertin Bettina Aust 

Einer der Dreh- und Angelpunkte während der Filmfestspiele in Cannes ist das Carlton Hotel. Hier logieren Stars, machen Produzenten ihre Deals und finden Interviews mit Filmschauspielern statt. Die vornehme Lobby ist der Salon von Cannes – hier kann man sich mit einem Champagner an einen der kleinen Tische setzen, irgendwann laufen die Stars an einem vorbei. Ein besonders guter Zeitpunkt ist kurz vor den Filmpremieren, wenn die Limousinen vorfahren, um die VIP-Gäste zum wenige hundert Meter entfernten Festival-Gebäude zu chauffieren. US-Schauspielerin Elle Fanning kommt mit ihrer Entourage und unzähligen Tüten gerade von einer offensichtlich ausgedehnten Shopping-Tour in den unzähligen Edel-Boutiquen an der Croisette, als Star-Regisseur Oliver Stone im legeren schwarzen Polo-Shirt zu einem Meeting erscheint und Mode-Designerin Miuccia Prada an ihrem Mineralwasser nippt. Die Mischung ist ungewöhnlich: Einerseits Hotelgäste in Badelatschen (natürlich von Gucci oder Hermes) und kurzen Hosen vom gegenüberliegenden Strand, andererseits VIP-Gäste in Abendkleid und Smoking auf dem Weg zur Premiere, so wie Jury-Präsident und Star-Regisseur Pedro Almodóvar. Die US-Hollywood-Schauspieler Adam Sandler und Ben Stiller haben gerade ihre Interviews beendet. In ihrem Film „The Meyerowitz Stories“ geht es um gestörte Familiendynamiken, besonders zwischen Vätern und Söhnen. „Wir wollen es anders machen als im Film“, sind sich Adam Sandler und Ben Stiller einig. „Wir verbringen so viel Zeit mit unseren Kindern wie möglich. Auch wenn das nicht immer einfach zu planen ist.“

Arnold Schwarzenegger ist auch in Cannes. Der „Terminator“ zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite, er hat hier die Unterwasser-Dokumentation „Wonders of the Sea 3D“ vorgestellt. Und er wird in diesem Jahr so alt wie das Festival, nämlich 70. Jahre. „Aber eigentlich fühle ich mich gar nicht anders als vor vierzig Jahren, als ich zum ersten Mal in Cannes war“, lacht Arnold Schwarzenegger. Mit Clint Eastwood besucht ein weiteres Hollywood-Urgestein die Filmfestspiele. In einer Masterclass spricht der 86-Jährige über seine ersten Schauspielerfahrungen in einem Schultheaterstück an der Highschool: „Die Aufführung war so schlecht, dass es schon wieder lustig war“, erinnert sich Clint Eastwood. Danach wollte er eigentlich nie wieder spielen. Erst Jahre später hat er wieder mit der Schauspielerei angefangen – wegen der jungen Frauen in der Theatergruppe. Auch ein Clint Eastwood hat mal klein angefangen. Sein erstes Honorar als Schauspieler belief sich auf 75 Dollar pro Woche.

Foto: Festival Cannes
Foto: Festival Cannes

Fatih Akins Drama „Aus dem Nichts“ mit Diane Kruger in der Hauptrolle läuft zwar erst am Freitag im Wettbewerb. Doch der aus Hamburg stammende Regisseur ist schon in Cannes. Magic Moments trifft ihn auf der German Films Party. „Noch sind meine Nerven ganz in Ordnung“, erzählt Fatih Akin. „Ich bin einfach wahnsinnig glücklich, dass ich es in den Wettbewerb geschafft habe. Das ist nämlich nicht einfach und eine besondere Ehre.“ Der Hollywood-Star Diane Kruger und der Regisseur aus Altona, wie passt das zusammen? „Wir haben uns gesucht und gefunden“, erwidert Fatih Akin.“ Wie Robert De Niro und Martin Scorsese. Denn eigentlich kommen wir ja beide von der Straße. Ich bin der Street-Boy aus Hamburg und sie ist das Street-Girl aus Niedersachen. Das wird bestimmt nicht unser letzter gemeinsamer Film sein.“

Für die Magnum-Eis-Präsentation reiste Super-Model Cara Delevigne nach Cannes, mit neuer Frisur. Sie trägt ihre Haare nun raspelkurz. „Meine Agenten haben mir davon abgeraten. Es hatte aber etwas unbedingt Befreiendes, es zu tun“, erzählt Cara Delevigne. Man muss sich schön fühlen, auch wenn man nicht den konventionellen Schönheitsidealen entspricht.“

Das meistdiskutierte Thema nach Terrorgefahr und den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen in diesem Jahr ist die Premiere von zwei Netflix-Produktionen im Wettbewerb – „Okja“ und „The Meyerowitz Stories“. Für Unmut sorgt, dass der Streamingdienst seine Filme kaum im klassischen Kino zeigt. Das Festival hat reagiert und seine Regeln geändert, ab 2018 müssen alle Filme im Wettbewerb auch einen französischen Kinostart haben. Ist die Angst vor den Streamingdiensten wirklich begründet? Ohne „Netflix“ oder Amazon“ würden viele der oft ambitionierten Arthouse-Filme gar nicht produziert. „Wenn es einen Ort geben sollte, an dem man dieses Thema diskutieren kann, dann hier in Cannes“, sagt Schauspielerin Tilda Swinton. „Denn hier kommt die Weltgemeinschaft der Filmschaffenden zusammen.“ Die Streamingdienste sind eine neue Herausforderung für das Filmfestival in Cannes. Aber auch dies wird man meistern. Wie so vieles in der nunmehr siebzigjährigen Geschichte.

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Foto: Festival Cannes

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