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— Jens Lorenz —

GANZ NAH AM PULS DER ZEIT

Fotos: Marco Baass

Die Leidenschaft des Jens Lorenz ist die Zeit. Über sie denkt er nach, philosophiert, lässt sich von ihr inspirieren — und vergisst dabei manchmal selbst, dass er zudem erfolgreich das älteste und traditionsreichste Juweliergeschäft Berlins leitet.

Manchmal scheint sie stillzustehen. Manchmal wie im Fluge zu vergehen. Manchmal möchte man sie festhalten, manchmal lieber schon im Morgen sein. Die Zeit ist ein Phänomen. Die Zeit ist ein Strahl, auf dem man nur vorwärtsgehen und rückwärts blicken kann. Sie ist so wenig planbar in ihrer Fülle an Zufällen — und das, wo sie doch immer im gleichen Rhythmus bleibt", erzählt Jens Lorenz und ist in seinem Element. Denn wer meint, dass der Juwelier als Erstes all die Marken aufzählt, die er in seinem Geschäft in der Rheinstraße im Stadtteil Friedenau führt, der irrt.

Das Geschäft in der Rheinstraße, das übrigens im Laufe des kommenden Jahres umgestaltet wird.

Dabei sind es renommierteste Namen wie Wellendorff, Gellner, Capolavoro, Schaffrath und der luxuriöse Schmuck von Meissen Couture Joaillerie — um nur einige aus dem Schmuckbereich zu nennen. Bei den Uhren sind es zum Beispiel Rolex, Breitling, Longines, Omega, Tag Heuer und Jaeger-LeCoultre.

Überdies kümmern sich Jens Lorenz und seine Frau Smita gemeinsam mit dem engagierten, 25-köpfigen Mitarbeiterteam auch um individuelle Kundenwünsche bezüglich Schmuck. Und in der eigenen, hochmodernen Uhrenwerkstatt bringen Uhrmachermeister Komplikationen selbst wieder zum Laufen.

(l.) Feinste Handwerkskunst: das 'Royal Blossom Bouquet' aus der '1739 Royal Blossom Collection' von Meissen Couture Joaillerie, (r.) Edle Umarmung: Lederarmbänder aus der 'Espressivo'-Kollektion von Capolavoro.
Innovatives Design: der 'Liberté'-Ring von Schaffrath

Außerdem zeigen auf über hundert verschiedenste historische Zeitmesser aus 3000 Jahren im Kellergewölbe unter dem Geschäft die Geschichte der Uhrenentwicklung auf. Es ist Berlins einziges Uhrenmuseum. Aber wie erwähnt: All das wird für Jens Lorenz oftmals zur Nebensache.

Herr Lorenz, ist Ihnen Ihr Beruf etwa unwichtig?
Nein, auf gar keinen Fall. Es ist ein wunderbarer Beruf und ich bin stolz darauf sagen zu können, dass wir, gegründet im April 1874, der älteste Juwelier Berlins sind und zudem auch zu den ältesten Familienunternehmen der Stadt gehören. Diese Tradition bedeutet mir viel, spiegelt sich doch in ihr auch das wider, was mir wichtig ist: der Lauf der Zeit mit seiner Verquickung von Alltag, Geschichte und Zufällen.

Die Friedensuhr

Zufälle, wie sie sich bei Ihnen am 9. November 1989 in Ihrem Geschäft ereigneten?
Ja, zum Beispiel. Ein fast unglaublicher Zufall. Wir, meine Frau Smita und ich, feierten am frühen Abend dieses Tages mit rund 200 Gästen die offizielle Übernahme der Leitung des Geschäfts. Zu diesem Anlass enthüllte ich eine von mir 1988 entwickelte, fast drei Meter hohe und 2,5 Tonnen schwere Uhr, die den Schriftzug trägt: "Zeit sprengt alle Mauern". Ich erzählte gerade etwas über das Uhrwerk, als uns die Nachricht erreichte, dass soeben die Mauer gefallen sei. Einer der Gäste rief spontan: "Das ist ja dann eine Friedensuhr!" So bekam die Uhr ihren Namen.

Mutter Teresa, Michail Gorbatschow, Papst Johannes Paul II. - mittlerweile wird die Uhr durch das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit offiziell als Friedenspreis verliehen. Was bedeutet Ihnen dies?
Ich bin dankbar, Menschen wie Mutter Teresa begegnet zu sein. Denn auch das erdet und schafft eine Relation zum Alltag. Es lässt innehalten, schafft Zeit und Raum zum Nachdenken. Zudem ist es das, worum es mir geht: um Menschen und um Frieden. So pathetisch das klingen mag. Die Uhr ist eine kleine Botin für Frieden und Freiheit.

Juwelier Lorenz
Rheinstraße 59, 12159 Berlin
Tel.: 030/8512020
Mo-Fr 10 bis 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr